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02.03.2012 | BMW Werk Landshut startet Carbon-Produktion für das Auto der Zukunft

Neues Innovations- und Produktionszentrum CFK: 40 Millionen Euro Investitionen – 100 Mitarbeiter

Die BMW Group hat in ihrem Landshuter Komponentenwerk eine neue Fertigungsstätte für ultraleichte Carbonteile in Betrieb genommen. Die Einweihung des neuen Innovations- und Produktionszentrums fand heute in Anwesenheit des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Martin Zeil, sowie des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Andreas Scheuer, statt.

„Als Kompetenzzentrum für Leichtbau und Elektromobilität ist das BMW Werk Landshut von zentraler Bedeutung für die Fertigung von Komponenten aus Carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK)“, sagt Dr. Herbert Diess, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk. Die am Standort Wackersdorf gefertigten Carbonfaser-Gelege werden im BMW Werk Landshut zu CFK-Karosserieteilen weiterverarbeitet und an das BMW Werk Leipzig geliefert, wo ab 2013 der BMW i3 und der BMW i8 produziert werden.

Der bislang als Megacity Vehicle bekannte BMW i3 ist das erste Großserienfahrzeug mit einer Fahrgastzelle aus Carbon. Innovativer Materialeinsatz und intelligenter Leichtbau ermöglichen nicht nur große Reichweiten und eine hohe Crashsicherheit. Sie tragen auch zur hohen Fahrdynamik des Fahrzeugs bei. Die Produktion des elektrisch angetriebenen BMW i3 im Werk Leipzig startet im Jahr 2013. 2014 folgt der BMW i8, ein Plug-In-Hybridsportwagen mit Elektroantrieb und Verbrennungsmotor.

„Wir sehen in Carbon einen bedeutenden High-Tech-Werkstoff der Zukunft. Carbonfasern werden die Art und Weise verändern, wie wir Autos entwickeln und bauen“, so Diess. „Wir glauben an diesen Werkstoff – und wir sind Vorreiter auf diesem Gebiet. Unsere neue, hoch innovative CFK-Fertigung in Landshut ermöglicht die automatisierte Großserienfertigung von Carbonteilen.“ Die BMW Group besitzt am Standort Landshut bereits seit mehr als zehn Jahren Verfahrens-Know-How und Werkstoffkompetenz für CFK. Aktuell kommt das Material bereits für Komponenten der BMW M Modelle zum Einsatz. Das neue Innovations- und Produktionszentrum CFK im BMW Werk Landshut wird für die BMW i Modelle künftig rund ein Drittel der Karosseriekomponenten aus Carbon fertigen. Weitere zwei Drittel der benötigten CFK-Bauteile werden direkt am Montageort der Fahrzeuge, in Leipzig, gefertigt.

Das zukunftsweisende Engagement der BMW Group in Bayern würdigt auch Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil: „Die heutige Inbetriebnahme der Carbon-Produktion in Landshut verdeutlicht das Engagement von BMW für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Sie ist ein Beweis für die Innovationsstärke des Unternehmens, wenn mit Leichtbau und Elektromobilität zwei Zukunftsthemen zusammengebracht werden. Als bayerischer Wirtschaftsminister freut es mich besonders, dass BMW hier in Landshut investiert und sich damit klar zu seinen bayerischen Wurzeln bekennt.“ Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Andreas Scheuer erkennt das herausragende Engagement der BMW Group wie folgt an: „Die BMW Group ist im Bereich der Carbontechnologie sehr gut aufgestellt. Die enormen Chancen dieses Leichtbaumaterials und der Elektromobilität für die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer müssen wir nutzen. Ich wünsche dem Unternehmen für dieses Vorhaben allen erdenklichen Erfolg.“

Fertigstellung des Gebäudes nach nur acht Monaten Bauzeit – rund 40 Millionen Euro Investitionen
Nach rund sechsmonatiger Planungszeit, dem Spatenstich im Juli 2010 und einer Bauzeit von nur acht Monaten wurde das neue CFK-Produktionsgebäude in Landshut nun fertig gestellt. Die Investitionen liegen bei rund 40 Millionen Euro. Bis zu 100 Mitarbeiter werden in der CFK-Fertigung ihren Arbeitsplatz finden. Für die rund 7.000 Quadratmeter große Produktionsstätte wurden 1.200 Tonnen Stahl und 5.200 Kubikmeter Beton verbaut. Künftig werden insgesamt drei Pressenstraßen für CFK-Karosseriekomponenten betrieben. Jede der drei Pressen hat ein Gewicht von 320 Tonnen, eine Motorleistung von 200 Kilowatt sowie eine Presskraft von bis zu 36.000 Kilonewton. Das Gewicht der Presswerkzeuge liegt bei rund 85 Tonnen.

Höchste Ansprüche an Nachhaltigkeit
Auch in ökologischer Hinsicht wird das neue Innovations- und Produktionszentrums CFK im BMW Werk Landshut Maßstäbe setzen: Das Produktionskonzept zielt auf eine optionale Nutzung der Fertigungsflächen sowie eine deutliche Reduzierung des Primärenergieeinsatzes. Durch technische Maßnahmen wird der Energieverbrauch des Gebäudes um ein Viertel unter den gesetzlichen Vorgaben liegen. Dazu werden natürliche Ressourcen wie Licht, Luft und Wasser genutzt. Beispielsweise wird das flach geneigte Hallendach in der Längsrichtung von Lichtbändern mit Lüftungslamellen geteilt. Sie regeln die natürliche Belichtung und die Belüftung des Gebäudes.

Bei einem Tageslichtquotienten von drei Prozent kann die BMW Group so für 3.240 Stunden pro Jahr auf künstliche Beleuchtung verzichten. Die natürliche Lüftung kommt ohne Ventilatoren aus und reduziert den Kühlbedarf im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise um 90 Prozent. Mit diesem ganzheitlichen Konzept zur Schonung der Ressourcen festigt die BMW Group ihren seit sieben Jahren ungebrochenen Spitzenplatz im Dow Jones Sustainability Index als nachhaltigster Automobilhersteller der Welt.

Mehr als zehn Jahre Carbon-Kompetenz im BMW Werk Landshut, rund 3.000 Mitarbeiter
Die BMW Group beschäftigt in Landshut rund 3.000 Mitarbeiter. 80 davon wurden im letzten Jahr neu eingestellt. Dies geschah im Zuge des Personalaufbaus für die künftige Produktion von Leichtbau- und Elektromobilitätskomponenten für die BMW i Modelle sowie zur Unterstützung der laufenden Komponentenproduktion. Da die Verarbeitung von innovativen Leichtbau-Werkstoffen wie Carbon ein hohes technisches Know-how sowie spezielle berufliche Kenntnisse verlangt, setzt das BMW Werk Landshut beim Kompetenzaufbau auch auf eigenen Nachwuchs und hat die Anzahl der Auszubildenden für 2012 von bisher 30 auf jährlich 40 Auszubildende erhöht.

Das bestehende Berufsbild des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik wird dabei den geänderten Anforderungen an eine industrielle CFK-Verarbeitung angepasst und mit neuen Inhalten hinterlegt.

Aktuell absolvieren am Standort Landshut 18 von insgesamt rund 100 Auszubildenden die Berufsausbildung zur/zum Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Weitere zwölf Auszubildende beginnen im September 2012 ihre Ausbildung in dem CFK-spezifischen Berufszweig.

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Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

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