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04.02.2015 | Deutsche Post DHL und SOS-Kinderdorf verbindet seit fünf Jahren eine GoTeach-Partnerschaft in Madagaskar

"Unsere Mitarbeiter sind Vorbild für die jungen Menschen"

  • Deutsche Post DHL und SOS-Kinderdorf verbindet seit fünf Jahren eine GoTeach-Partnerschaft in Madagaskar. Christof Ehrhart, verantwortlich für Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung bei DPDHL blickt zurück - und gibt einen Ausblick. Im Interview verrät er auch, was die Partnerschaft so besonders macht.


Es ist ein Grund zu feiern: Seit nunmehr fünf Jahren gibt es die GoTeach-Partnerschaft mit SOS-Kinderdorf. Wo und wie fing alles an?

Christof Ehrhart: Es begann in Madagaskar. Noch vor dem offiziellen Start der Partnerschaft von SOS-Kinderdorf mit Deutsche Post DHL entstand dort ein erster Pilot: Eine Rede des DHL-Country-Manager vor der nationalen Handelskammer war der Auslöser. Diese hörte der nationale Direktor von SOS. Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden - und sie fanden sofort eine gemeinsame Ebene.

Madagaskar war das erste Land, in dem Deutsche Post DHL sich engagierte. Damit hat sich der Konzern für den Auftakt ein kleines Land ausgesucht. Das ist ungewöhnlich…

Christof Ehrhart: Es ist insofern ungewöhnlich, als dass es dort kaum Konzerne vor Ort gibt. Und wir sind nicht nur in Madagaskar, sondern auch in Äthiopien und Haiti aktiv - alles kleine Länder. Große Unternehmen engagieren sich nur selten dort. Damit ist das Engagement von Deutsche Post DHL in diesen kleinen Ländern etwas Besonderes. Wir tun es, weil wir es können: DPDHL ist fast in der ganzen Welt präsent, unsere Mitarbeiter engagieren sich vor Ort.

In den beteiligten Ländern beschäftigt DPDHL zahlreiche Mitarbeiter…

Christof Ehrhart: Ja, wir sind ein Großkonzern und haben damit eine große Bandbreite an Experten: vom Finanzfachmann über den Gabelstapler-Fahrer bis hin zum Express-Kurier. Sie alle sind den Jugendlichen eine große Hilfe bei deren beruflicher Orientierung. Zuerst geht es allerdings darum, den jungen Menschen Basis-Kenntnisse zu vermitteln. Und schließlich sollen sie erste Erfahrung im Berufsleben sammeln - zum Beispiel mit einem Schnupperpraktikum.

Welche Rolle spielen die Kollegen vor Ort dabei?

Christof Ehrhart: Die Programm-Ebene ist in jedem Land sehr unterschiedlich, aber die persönliche Ebene ist überall gleich: Unsere Mitarbeiter sind Vorbild für die jungen Menschen. Das liegt vor allem daran, dass die DPDHL-Kollegen, die mitmachen, aus dem jeweiligen Land kommen. Sie haben alle ihre berufliche Karriere vor Ort gemacht. Das verleiht eine besondere Authentizität. Für die jungen Leute ist sehr motivierend zu sehen, dass ein Mann oder eine Frau im eigenen Land beruflich erfolgreich ist.

Und was motiviert die Mitarbeiter von Deutsche Post DHL mitzumachen?

Christof Ehrhart: Die Motivation der Mitarbeiter hat unterschiedliche Quellen. In Brasilien zum Beispiel sind die sozialen Unterschiede sehr groß. Dort haben manche anfangs vor allem mitgemacht, weil sie jungen Menschen in Not eine Perspektive aufzeigen wollten. Doch mit der Zeit hat sich ihr Blickwinkel erweitert. Denn unsere Kollegen haben direkt mit Jugendlichen zu tun, denen sie sonst nicht begegnet wären. So erhalten sie Zugang zu anderen sozialen Schichten, es entsteht eine soziale Brücke.

Das ist auch Ziel der Partnerschaft von DPDHL mit SOS Kinderdorf. Wie gelingt es dem Team von GoTeach Brücken ins Berufsleben zu bauen?

Christof Ehrhart: Wir besinnen uns immer wieder auf unsere Kernidee: Bei GoTeach steht der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Die Tatsache, dass DPDHL so viele Kollegen mit unterschiedlichen Berufen in zahlreichen Ländern beschäftigt, ist eine Stärke. Diese nutzen wir sinnvoll. So führt zum Beispiel in Südafrika ein Mitarbeiter von Supply Chain die jungen Menschen durch das Warenlager. Dabei geht es in erster Linie nicht um Logistik-Know-how, vielmehr ist der individuelle Erfahrungsschatz der Mitarbeiter gefragt. Um den Jugendlichen Einblick in die Arbeitswelt vor Ort zu geben, nutzen unsere Kollegen vor allem ihre persönlichen Fähigkeiten - und greifen auf ihre eigenen Erfahrungen zurück.

Mit seinem Konzept hat Deutsche Post DHL offensichtlich überzeugt. Die GoTeach Partnerschaft mit SOS-Kinderdorf gibt es in immer mehr Ländern. Wie reagiert der Konzern auf die rasante Entwicklung?

Christof Ehrhart: Im ersten Jahr war es nur Madagaskar, im zweiten und dritten Jahr kamen jeweils drei Länder dazu. 2013 hatten wir sieben Neuzugänge. Und 2014 sind es noch mehr. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, beginnen wir im Frühjahr 2015 mit einer mittelfristigen Planung, die konkrete Schwerpunkte für unsere Arbeit setzt. Damit wollen wir die GoTeach Partnerschaft mit SOS-Kinderdorf noch besser machen.

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Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

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